Aus der Luft gegriffen

Wie sieht das bei euch aus, liebe Leser, wie oft greift ihr denn so aus der Luft? Ich kann euch sagen, bei mir gibt es keinen einzigen Tag, an dem ich nicht irgendetwas aus der Luft greife.

Naja, mich mit euch zu vergleichen ist wohl schon etwas aus der Luft gegriffen. Ich wohne nämlich, im Gegensatz zu euch, in einem Luftschloss. Mein Name ist Aerno und ich bin ein Schmetterling. Allerdings kein Gewöhnlicher, denn gewöhnliche Schmetterlinge wohnen nicht in Luftschlössern, das weiss jedes Kind. Ich sehe eigentlich auch nicht aus wie ein Schmetterling, ich bin eher ein Zwerg. Aber hier im Luftschloss kriegt jeder, der neu dazukommt eine neue Art. Es gibt Fliegen und Wespen, obwohl die Wespen sich diesen Sommer mit den Fliegen verkracht haben und deshalb alle zu euch Menschen flohen, ich hoffe sie haben euch nicht zu sehr gestört. Sie haben sich wieder versöhnt. Dann haben wir Schmetterlinge wie mich, von uns gibt es mittlerweile siebenunddreissig Stück. Die seltenste Art von allen.
Weiter gibt es fliegende Untertassen, Mücken, Vögel, Boeings, Helikopter, Raketen und noch ganz viele mehr, eigentlich jede fliegende Art, die es gibt und die es nicht gibt auf dieser Welt. Ihr Menschen kennt natürlich nie alle, es gibt zum Beispiel noch die Luftibusse, die Wolkenschrupper und die Fluglotsen. Ach ja, die Fluglotsen kennt ihr ja. Komisches Volk. Sie meinen immer, kaum schwebt man einen kurzen Moment lang auf der Stelle,
sie seien umgehend dazu verpflichtet, uns den Weg zu zeigen.
Das ist wohl ein genetischer Fehler.

Naja und bei uns im Luftschloss gibt es halt keine Möbel und Schränke, nur so als Beispiel. So müssen wir uns Teller und Besteck zum Essen aus der Luft greifen. Die Teller fliegen jeweils so zweieinhalb Meter über Luftboden und das Besteck drei bis dreieinhalb Meter, je nach Wetter. Die Löffel tendieren generell immer zu etwas höherem Flug als der Rest. Für die Teller haben wir Luftleitern, die uns helfen sie zu fangen, denn gerade ich bin als Zwerg leicht benachteiligt mit dieser Höhe. Für das Besteck stehen uns Fangnetze zur Verfügung. Das ist immer sehr lustig, weil die Messer diese je nach Winkel gleich durchschneiden und weiterfliegen. Dann hast du Pech gehabt. Aber das ganze Prozedere dient uns sowieso nur als Spiel, denn wir ernähren uns ja von Luft.

Das Leben hier im Luftschloss ist eigentlich ziemlich schön. Die einzige Gefahr stellen die Luftlöcher dar. Das ist die einzig fiese Art, die hier lebt. Die Luftlöcher sind grundsätzlich sehr friedliche Kreaturen. Sie mögen es nur nicht, wenn man sie kitzelt. Dann lassen sie dich hineinfallen und es dauert meist siebzehn Tage, bis sie dich wieder freilassen. Das ist mir in meinen vierhunderdachtundzwanzig Tagen hier erst fünfundzwanzigmal passiert. Ich bin halt eher von vorsichtiger Natur.

Jedenfallsl, solltet ihr euch zufällig in der Gegend aufhalten, kommt doch auf einen Besuch vorbei!

Danke an die heutige Titelspenderin: Olivia Gautschy

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