Philipp

Lieber Philipp

Komm bitte bitte zurück! Ich vermisse dich ganz schrecklich! Und nun sind es schon vier Tage. Vier unendlich lange Tage und Nächte, die ich am Fenster verbracht habe und bei jeder Bewegung, die ich draussen wahrgenommen habe, bin ich zusammengezuckt, weil ich meinte, du seist endlich wieder da. Aber nein, Schatten, Mäuse, sogar ein Elefantenbaby habe ich gesehen – obwohl mir das meine Mama einfach nicht glauben will  – draussen im Garten. Aber nie warst es du. Einfach weg. Wie kannst du?

Das Universum wird von einem riesigen schwarzen Loch umarmt, wenn du nicht bei mir bist. Ich erwache am Morgen und meine Füsse sind eiskalt. Jede Wärmflasche wird mit der Zeit kalt. Und kuschelig wie du ist sie schon gar nicht, auch wenn sie in Plüsch gepackt ist, sie kann sich ja nicht selber reinigen, so wie du das immer so sorgfältig tust, bevor du mir dein Gutenacht zuwirfst und dich friedlich auf meiner Bettdecke zusammenrollst. Nein, nach einer halben Stunde liegt der Plüsch platt und wird hart wie Beton. Mein Bett ist leer. Und mein Herz auch.

Du bist mein bester Freund! Du weisst alles von mir, all die dunklen Geheimnisse, die niemand ausser dir weiss und erst recht nicht wissen darf. Wie zum Beispiel das mit Uschi, sie darf niemals erfahren, dass ich es war, die ihr den Kaugummi in die Haare geklebt hat damals nach der Schule.

Philipp, die Striemen an meinen Händen von unserem letzten liebevollen Knatsch sind am verblassen und ich kann bei Toni so ja gar nicht mehr prahlen. Ich brauche dich doch für neue Wunden und Beweise meines schmerzhaften Heldentums!

Wo bist du? Was habe ich falsch gemacht? Fühlst du dich ausgenutzt, weil ich mich fälschlicherweise mit den Narben von dir schmücke obwohl du stärker bist als ich? Bist du deshalb weg? Habe ich dich verletzt, als du letzten Freitag so lange draussen warten musstest, weil ich zu schlaftrunken war, um zu reagieren? Wofür bestrafst du mich? Oder hast du gar eine andere kennengelernt? So eine Katze, die dir zwinkernd und schnurrend den Hof macht und deinen Geist derart verwirrt, dass du vergisst, wo du herkommst?

Komm wieder! Ich verspreche dir, ich werde dich immer pünktlich füttern. Ich verspreche dir, ich werde dich immer und so oft streicheln, wie du willst. Und wenn du auch nur für meine Mama kommst. Sie wird schon ganz verrückt, weil ich schon ganz verrückt werde.

Ach Philipp. Du fehlst. Ich gehe dich nun suchen, bis ich dich finde. Bis ich dein fröhliches, forderndes und manchmal etwas störrisches Maunzen wieder habe, dein zufriedenes und liebevolles Schnurren und einfach dich, du kuscheliges Monster.

Bis gleich also.
Liebe Grüsse, dein Klaus.

Danke an den heutigen Titelspender: Adrian Scheiber

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Ein Kommentar zu „Philipp

  1. Jöööh! :)
    Habe einen kleinen Fehler entdeckt. (Entschuldige bitte, mir fällt sowas einfach auf…)
    Lies nochmal den 3. Abschnitt.
    And keep on writing! :)

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