Manchmal frag‘ ich mich…

Manchmal frage ich mich, wie ich ganz genau hier hin gekommen bin. Hier auf das Sofa meiner Wohnung mitten in Zürich, eingekuschelt in meine Ikea-Decke. Fragst du dich das auch von Zeit zu Zeit? Gerade jetzt beispielsweise? Wie du da vor deinem Laptop sitzt, an deinen Nägeln kaust und dir zum hundertsten Mal schwörst, damit aufzuhören? Wie du an deinem Computer sitzt in deinem Trainer und verschlafen dreinguckst?

Damit ist aber noch nicht genug. Die andere Frage, die ich mir oftmals stelle und selten eine Antwort finde und wenn doch, dann sicher eine andere als gestern, oder gar vor einer Stunde: Wohin soll die Reise denn führen?

Heute plaudere ich ausnahmsweise einmal aus meinem Nähkästchen. Denn wenn ich mich selbst so anschaue:
Vor einem Jahr hatte ich einen 100 % Bürojob und wohnte alleine in einer kleinen Wohnung in Aarau. Single.

Heute wohne ich in Zürich in einer Wohngemeinschaft, bin im Management einer Improtheatergruppe tätig und tobe mich dabei und nebenbei kreativ aus. Und ja, da gibt es auch noch so einen Mann.

Und das, nachdem ich mir ein konstantes und ruhiges 2011 gewünscht hatte!

Viele Menschen fragen mich, weshalb ich denn gleich alles miteinander verändert habe. Wieso denn nicht erst einmal einen neuen Job suchen, DANN erst künden und nicht umgekehrt, und DANN vielleicht die Wohnung wechseln? Worauf meine von scheinbarer Unvernunft geprägte Antwort folgt, dass es sich irgendwie einfach richtig angefühlt hat – halt dummerweise alles zu einem ähnlichen Zeitpunkt, was will man machen. Wenn’s Zeit ist, ist’s Zeit. Was passiert ist? Das, was immer passiert: Das Leben. Ich habe lediglich versucht, auf mein Herz zu hören. Und mein Herz kann durchaus radikal sein, denn wenn die Zeit reif ist, schmeisst es mich gnadenlos zu meinen Gunsten in eine komplette Veränderungsphase hinein. Und wenn ich dann einmal eine ruhige Minute habe, wie gerade jetzt in diesem Moment, frage ich mich wieder, wie zum Teufel ich gefühlt so plötzlich schon wieder an einen anderen Ort gelangt bin und wo zum Henker die Reise nochmal genau hingeht, wenn im letzten Jahr allein so unglaublich vieles passiert ist? Wo ist mein Tourguide?!

Aber weisst du was, momentan ist mir das wurscht. Ich bin viel zu beschäftigt mit ausprobieren, spielen und leben gerade. Also Moment, ich habe natürlich meine Wünsche und Vorstellungen und auch (sich immer wieder verändernde) Ziele. Seien wir ehrlich, das Leben schubst einen automatisch in die Richtung, in die man gehört. Ob man will oder nicht. Ich glaube der Schlüssel ist das Zulassen. Man meint ja immer, man muss kämpfen, um Träume wahr werden zu lassen. Ich habe mein Leben lang immer wieder gekämpft. Das hat mich durchhalten gelehrt. Schön. Aber nun habe ich einfach einmal aufgehört damit. Weil ich begriffen habe, dass genau dann, wenn man am entspanntesten und am neugierigsten ist, oder gerade mit etwas komplett anderem beschäftigt ist, plötzlich irgendwo ein Türchen aufgeht und wenn man da hindurch geht und seine Grenzen erweitert, öffnen sich wiederum neue Türchen und Gelegenheiten stellen sich in die Reihe und wollen allesamt gepackt werden. Naja und vielleicht auch weil ich momentan einfach keine Lust zum kämpfen habe.

Dieser oben erwähnte Mann hat übrigens einmal etwas sehr Schönes zu mir gesagt. Oftmals weisst du nicht, wo du gerade stehst und weshalb. Wo du herkommst und wo du hingehst. Aber irgendwann kommt der Moment, wo du zurückblickst und erkennst, wie sich die Punkte verbinden. Wie sie den Weg zum Ziel gebahnt haben, ohne dass du es bemerkt hast.

So, genug von mir. Ich wünsche dir eine gute Reise!

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