IKEA – so viel mehr als nur ein Möbelhaus!

Habt ihr euch schon einmal gefragt, was es in der IKEA ausser Möbeln noch so alles zu sehen gibt? Nicht? Okay, dann liefere ich euch hier den Beweis, dass die IKEA nicht nur ein grosses und bekanntes Möbelhaus ist. Nein, sie ist zudem eine überdimensionale Schatztruhe und birgt wunderbare Details, Geheimnisse und Klischees, Tricks und Kniffe.  Es gibt Regeln und haltet euch fest, die werden gar gebrochen! Es gibt Strassen. Es gibt das Volk und ja, es gibt auch das graue Alltagsgefühl. Eine Welt für sich. Aber lest selbst.

Die Entdecker: Ein Freund (Thomas) und ich.
Die Absicht: Eine Lampe, ein Tischbein und mal schauen was da noch so los ist.

Bevor wir uns auf die komplizierte IKEA-Strasse durch das Möbelhaus begeben, halten wir laut und deutlich fest, was wir denn wirklich genau brauchen und leisten eine Art Schwur. Wie oft verlässt man die IKEA mit dem zehnfachen an Dingen, die man zu Hause stolz und voller Freude über die einfache Beute in der untersten Schublade im dunkelsten Zimmer der Wohnung verstaut und nie wieder ans Tageslicht befördert, bis man nach dem nächsten IKEA Besuch keinen Platz mehr in der Schublade findet und beschämt bemerkt, dass dafür nun alles doppelt vorhanden ist. Fies. Wirklich fies.

Die erste kleine Entdeckung folgt gleich nach dem Eingang, im Sideboard einer Musterwohnung. Achtet euch einmal auf das Innere der Schubladen, unglaublich wie detailliert alles demonstriert wird! In unserem Fall: CD Hüllen. Leider leer. Schade eigentlich. Von Schlager über Papabear bis zu schwedischem Pop ist da alles zu finden. Woher die wohl kommen? Gibt es eine Mitarbeiterauszeichnung, für den, der die meisten davon entbehren konnte? Man weiss es nicht. Also ziehen wir weiter.

Zehn Meter weiter folgt die erste Pause auf einem Sofa. Ein nicht sehr bequemes. Der Sessel, den Thomas auf der anderen Seite der IKEA-Strasse testet scheint auch nicht sehr bequem, und was er nach einer Weile dann als bequem bezeichnet, sieht irgendwie kompliziert aus. Vielleicht falsch zusammengeschraubt? Die Qual der Wahl.  Gottseidank habe ich bereits zwei IKEA-Sofas in meiner Wohnung. Also weiter geht’s. Bis zum nächsten Sofa. So eines, wo man drin versinkt und wenn man Glück hat, nicht gleich einschläft. Da lohnt es sich, kurz sitzenzubleiben und die Passanten etwas unter die Lupe zu nehmen.

Übermässig viele Pärchen sind unterwegs und eine Gemeinsamkeit einiger Paare fällt gleich auf. Der Gesichtsausdruck. Wenn man ihn denn überhaupt findet und auch so nennen darf. Ich habe immer gedacht, gemeinsames Möbel kaufen, vielleicht zum Zusammenzug, bereite Herzklopfen, mache Freude und wäre ein buntes, aufregendes Abenteuer? Wieso sehen die denn alle so grau aus? Wer hat ihnen das Lächeln geklaut? Man muss jedoch bedenken, dass es auch am Licht liegen kann. Ich will hier niemandem etwas unterstellen. Ja, es war sicherlich das Licht! Was mich etwas irritiert ist, dass die Männer meist einen Hauch grauer aussehen als die Frauen.

Wir bahnen uns den Weg durch alle möglichen Abteilungen. Da kann man die geschmackvollen Einrichtungen bestaunen, ungehört und ungesehen auf Sideboards trommeln, mit herumliegenden Mikrofonen wichtige Durchsagen machen, sich die Ohren in der Kinderabteilung zuhalten, um schliesslich dehydriert und völlig unterernährt das Restaurant zu erreichen.

Ein kurzer Slalom, Tablett fassen, Glas nicht vergessen, und Menu auswählen. Für mich als Vegetarierin präsentiert sich auf den ersten Blick nur Penne mit Tomatensauce als Option – und das als Kindermenü. Na ja, das wird wohl auch für Grosse zu haben sein, oder? Der gute Mann hinter dem Tresen lässt diesen Wunsch jedoch schnell zerplatzen und bietet an, mir etwas Vegetarisches zusammenzustellen. Aber klar! Freundlich bietet er mir Tomatensauce an, verwehrt sie mir jedoch gleich wieder mit dem Satz: „Huuh. Die kann ich ihnen unmöglich geben.“ und schöpft stattdessen Rahmsauce.

Die nächste Entdeckung übertrifft wohl alles. Es gibt tatsächlich Menschen, die in der IKEA, dem wohl günstigsten Möbelhaus überhaupt, einen Weg finden, noch günstiger wegzukommen! Ob man’s glaubt oder nicht! Und zwar über die Getränke-Philosophie. Kauf ein Glas und trink soviel du willst. Sie tun folgendes: Kauf eine Tasse, trink daraus erstmal soviel Kaltes wie du willst, ja lass es überschwappen, und DANN hol dir gleich auch noch Kaffee damit, am besten gleich dreimal nachfüllen, damit du den Rest der IKEA-Tour heil überstehst. Und schwups, einen Franken gespart. Und das alles geschieht mit demselben Gesichtsausdruck der Pärchen, die ich oben erwähnt habe. Mir fehlen die Worte. Und Thomas auch, jedoch liegt das wohl daran, dass er unterdessen mit Knorpelspucken von seinem üppigen Fleischmahl beschäftigt ist.

Nachdem die Tabletts in dem dazugehörigen Tablettregal verstaut sind, folgt die zweite Hälfte der IKEA. Kurzer Fokus auf die Ziele: Lampe, Tischbein. (Und Besteck-Schubladen-Einlage. Und Abwasch-Abtropf-Gitter.)

Im zweiten Teil der Tour wird vor allem klar, dass Geschenkpapier-Rollen bestens geeignet sind als Schwert, Servietten gut als Wurfgeschoss, Kissen sogar noch viel besser. In der Bilderabteilung gibt es leicht versteckt eine Kinder-Unterhaltungs Ecke, mit kleinen Bildschirmen, auf denen man beispielsweise Bilder vergleichen und Fehler finden muss. Sie sind  alle auffindbar. In Rekordzeit, versteht sich. Mein Artikel wurde trotz hartem Kampf zu drei Artikeln und ich habe sie allesamt gefunden und wusstet ihr, dass Abwasch-Bürstchen auch wunderbar als Deko-Artikel geeignet sind? In der Lagerhalle im  Regal 4425471354irgendwas noch kurz das Tischbein für Thomas holen und that’s it.

Beim Bezahlen an der Express-Kasse werde ich natürlich prompt als Stichprobekandidatin gewählt und eine gelbe IKEA-Frau kontrolliert meine Arbeit mit einer bewundernswerten Genauigkeit. Zu Recht, denn ich hätte die blaue Ikea Tasche (die neuerdings auch als kleine Handtasche erhältlich ist) tatsächlich nicht bezahlt! Skandal!

Nach diesem kurzen IKEA Besuch, nämlich vier Stunden später, verabschiede ich mich von Thomas. Die IKEA Tasche muss als kleines, unpraktisches Übel mit zum Bier und wird unter dem Tisch in einer Bar verstaut. Als jemand darüber stolpert und ich aufschaue und verzückt in den Augen des Opfers versinke, realisiere ich, dies als letzte kleine Erkenntnis, dass auch IKEA-Taschen positive Eigenschaften haben können.

Jaja, sie ist nicht einfach ein Möbelhaus. Sie lebt, hat ihren Charakter und ihre Eigenarten.

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2 Kommentare zu „IKEA – so viel mehr als nur ein Möbelhaus!

  1. Ich weiss, warum die Paare, die bei Ikea kaufen und besonders die Männer so grau daher laufen…. das ist doch klar!
    Super Aktion, Isa – schöner Text :-)

    Wohin geht ihr als nächstes?

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