Begegnung mit einem Engel

Ein kleines Erlebnis, das ich mit euch teilen möchte.

Meine Erkältung zwang mich heute in’s nahe gelegene Lochergut, um Nasenspray, drei Kilo Nastüechli und ein paar Wohltu-Sächeli zu besorgen. Nichts ahnend schleppte ich mich durch den Coop und versuchte, die eklige Lawine in der Nase zu behalten. (Sorry für das Bild) Was mir zum Glück gelang.

Zwischen den Regalen kreuzte sich mein Weg dann plötzlich mit dem eines etwa gleichaltrigen Afrikaners, der mit seiner bunten Mütze und seiner Musik, die aus dem Rucksack ertönte, irgendwie Sonne und Leichtigkeit ausstrahlte. Ich wusste sofort, dass wir einander etwas zu geben haben.

Manchmal spüre ich tatsächlich sofort, dass ich eine bedeutsame Begegnung haben werde, wenn sich mein Weg mit jemandem „zufällig“ kreuzt. Meine war also heute mit eben jenem Afro, der vor mir in die Abteilung mit den Pflegeprodukten einbog. Wir verloren uns wieder und schlussendlich stand er an der Kasse vor mir. Er hatte zu wenig Geld da für seine Besorgungen und die Frau an der Kasse war alles andere als lösungsorientiert, war statt dessen unfreundlich zu ihm und weigerte sich zu allem äne noch, etwas anderes als verkaugummisiertes Schweizerdeutsch zu nuscheln. Irgendwie war es ihr peinlich. Und die Schlange hinter uns wurde nicht kürzer. Blöde Situation.

Er hat dann schliesslich von mir ganz spontan die fehlenden CHF 2.70 bekommen. Er wiederum hat mir dafür gezeigt, wie einfach es ist, jemandem, dem gerade etwas fehlt, etwas von dem abzugeben, was man hat. Ausserdem hatten wir davor ein paar Worte gewechselt, ich mehr flüsternd aufgrund meines kratzenden Halses, und er hat mir – ohne es zu wissen – einen wichtigen Hinweis auf ein mich sehr beschäftigendes Thema mitgegeben, der mich berührt innehalten liess, weil es dermassen treffend war, als müsste er mich und meine Geschichte kennen. Ich wusste erst nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich entschied mich für’s schmunzeln. Zufall? Ich glaube nicht.

Viel mehr glaube ich, Engel sind eben überall, wir müssen sie nur erkennen!

Er hat sich dann dreimal von Herzen bedankt und noch angefügt, wir sehen uns sicher wieder. Und damit hat er mir ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert.

Die Menschen hinter mir haben mich mit grossen Eulenaugen angestarrt. Die Kassiererin stand auf, als sie mir mein Rückgeld gab, war äusserst freundlich und meinte dann: „Sie sind ja auch noch grosszügig, was?“

Ich verstand die Frage nicht ganz. Was ist so grosszügig daran, jemandem etwas zu geben, wenn es ihm fehlt und ich es zur Hand habe? Das ist doch selbstverständlich, oder nicht? Und er hat mir wahrscheinlich mit dieser Begegnung viel mehr gegeben, als ich ihm. Paradoxe Welt.

Auf jeden Fall – eine wundersame Begegnung war das. Seid offen Leuts, man weiss nie wem man „per Zufall“ so begegnet!

Young man, you made my day!

Werbeanzeigen

Ein Kommentar zu „Begegnung mit einem Engel

  1. Liebe Isa – er kennt deine Geschichte, sonst wäre er dir nicht „zugefallen“. Ich habe auch das Glück eines Engels, der mir zugefallen ist und ich ihm. Ich trage Sorge dazu, weil ich weiss, es gibt keine Zufälle. – Herzlich – Rainer – gib der Sorg!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s