Neu und diesmal anders. Wirklich.

Kennt ihr dieses Bedürfnis, einen inneren RESET Knopf zu drücken und alle Speicher zu entleeren, auszumisten, neu zu ordnen und einfach ganz bei Null wieder anzufangen?

Ich kenne es. So alle paar Monate. Dies äussert sich dann beispielsweise im Entrümpeln meines Bücherregals. Ich drehe jedes Buch in meiner Hand um und behalte nur noch die fünf Bücher, die ich angefangen habe, die elf, welche ich ganz bestimmt noch lesen werde und meine wenigen Perlen, die ich niemals weggeben werde. Bis sie fein säuberlich, nach Farbe oder Grösse oder doch Farbe geordnet in meinem Regal stehen und daneben eine gefährlich schiefe Beige der aussortierten Bücher auf dem Boden thront. Diesmal kommen keine Neuen dazu, sage ich mir, bis ich die halb oder noch komplett ungelesenen Exemplare gelesen habe. Wirklich. Oder aber mein Drang zeigt sich im Umstellen meiner Wohnung, was man wohl schon fast als Kunst klassifizieren könnte, da ich in meinem kleinen Wohnraum tatsächlich schon mindestens 37 Varianten ausprobiert habe in den letzten fünf Jahren. Und jede hat funktioniert. Und jedesmal denke ich: Und diesmal bleibt es so. Wirklich.

Sind wir ehrlich: Tut es nicht. Wirklich nicht.

Denn wahrscheinlich ist es doch einfach das, was wir Leben nennen. Seine Facetten kommen und gehen, formen und verändern. „Du musst dein Ändern leben“ habe ich einmal von einem mir sehr lieben Menschen gehört. Das stimmt. Also bin ich nach jahrelanger Schreibpause wieder hier und bastle neue Texte, kreiere neue Geschichten und nehme mir fest vor, diese leeren Seiten hier regelmässig mit Sinn und Unsinn zu füttern.

Wirklich.