„Vergänglichkeit“ oder „Unendlichkeit“

Vergänglichkeit, bist wahrlich nicht
Ein leichtes Zuckerschlecken
Und doch können wir nur durch Dich
Unendlichkeit entdecken

Du bist das Tor, des Lebens Kern
Und willst so viel uns zeigen
Doch halten wir uns lieber fern
Indem wir Dich verweigern

Als Sprachrohr der Unendlichkeit
Suchst Du Dir harte Wege
Im Kostüm der Vergänglichkeit
Das uns bewegen möge

Kein Anfang ohne Ende lebt
Kein Ende ohne Grund
Auch wenn durch Dich das Herz erbebt
Tust du die Wahrheit kund

Erst wenn ein weit’res Licht vergeht
Ein weit’rer Epilog
Kann fühlen, wer Dich recht versteht
Es war auch ein Prolog.

Rückenwind

Rückenwind du schönes Kind
Ich kenn dich aus Geschichten
In denen Sterne Kinder sind
Die bunte Lieder dichten

Doch sonst bist du mir ziemlich fremd
Hab dich nie lang gespürt
Ein sanfter Hauch an meinem Hemd
Der doch zu Nichts geführt?

Warum bleibst du so kurz nur hier?
Warum weht’s dich stets fort?
Bin ich, wie ich so rumhantier
Für dich kein guter Ort?

Doch bin ich es, die dich verwehrt?
Weil ich, um dich zu sehn
Um meine eigne Achs‘ gedreht
Nun falschrum zu dir steh?

Ich tät zu viel, zu unbedacht
Singst du mir zu, ganz rein
Ich kämpf zu hart, es knarrt und kracht
Statt einfach nur zu sein

Ich halte inne, ich versteh
Und du lächelst mir zu
Als ich mich wieder um mich dreh
Und hinter mir stehst du

Dein Klang verspricht, du bist mir treu
So sei ich es auch mir
Ich setze meine Segel neu
Und werde Eins mit dir

Im Nebel

Tief dein Geist im Nebel drin
Nach Klarheit verlangt
Gnadenlos verbläst der Wind
Die Spuren im Sand

Mag es auch verworren sein
Dein Herzensgewand
Deine Hand tief in der mein‘
Sich langsam entspannt

Hör ich deinen Atem kaum
So spür ich dich doch
Finden deine Augen mich
Vermehrt sich das „Noch“

Hoffnung ist mir allerliebst
Die Wunder mir treu
Herz, auf dass du nie versiegst
Bis hier, und auf’s Neu

(verfasst im Februar 2015)

Tag und Nacht

Was in dir drin nach Außen drängt
Und alle deine Wünsche kennt
Was dich zum König der Sonne ernennt
Will dich im Leben leiten.

Was dich an deinen Ohren zerrt
Und dir brutal den Weg versperrt
Was dich zum Sklaven der Nacht erklärt
Will heftig mit dir streiten.

Ob du dich selbst im Streit vergisst
Oder doch viel lieber König bist
Ob du dich stets verblenden lässt
Es liegt in deinen Händen.

Ob zart das Herz den Kopf beglückt
Ob hart der Kopf dein Herz zerdrückt
Ob Liebe deine Seele schmückt
Es wird dich stets vollenden.

tag und nacht

Stille.

Des Innehaltenden Herz erstrahlt
Als die Stille sich ihr Kunstwerk malt
Er wiegt es in seinen Armen

Der Lärm der Welt lässt nichts unversucht
Als er Zugang zu der Stille sucht
Er findet nur Erbarmen

Der Leise lässt sie durch den Verstand
Als sie sich ihm zeigt, nimmt er ihre Hand
Und lässt sie bei sich verweilen

Die Stille sucht sich ihren Ort
Als der Laute denkt nun ist sie fort
Überall zwischen den Zeilen

 

Melodie für die Sterne

Sing deine Melodie
Auch wenn du glaubst
Man hört sie nicht

Sing sie für die Blumen
Für die Wolken
Für die Sonne
Für die Sterne

Es ist immer jemand da
Der sie hört

Vielleicht nicht er
Vielleicht nicht sie
Vielleicht nicht die
Die du dir wünschst

Es ist immer jemand da
Der dich hört

Der dich sieht
Der dich liebt

Sing deine Melodie
Auch wenn du glaubst
man hört sie nicht

Gefangen.

Gefangen
innerhalb der Grenzen, die ich selbst um mich herum errichte
in einer gewagten Perfektion

Gefangen
im goldenen Käfig, dessen Gitter ich stündlich
auf deren Stabilität überprüfe

Gefangen
im Gebilde von Regeln, die der doppelten Absicherung aller Regeln willen
mit weiteren Regeln versehen sind

Gefangen
in einem Palast, dessen Haupttür von aussen sowie von innen
mit tausend goldenen Schlössern versehen ist

Gefangen
in einem Weltbild, das ich mir selbst schaffe
und mir einrede, nicht dazuzugehören

Gefangen
auf dem Boden der vermeintlichen Tatsachen, auf dem ich immer wieder bäuchlings lande
nachdem ich mich mir selbst einmal mehr in den Weg gestellt habe und gestolpert bin.

Zeit um frei zu werden

geschrieben am 6.3.2011

Regen

So prasselt er
der Regen
und bringt Wohlgefühl in die Dunkelheit meiner Nacht.

So weilet er
auf seinen Wegen
und wartet selig mit mir bis mein neuer Morgen erwacht.

Seine Melodie
vermischt sich
mit dem Klang meiner tiefgreifenden Klag.

Wie schön
dass er in einer innigen Umarmung
die Spuren des Schmerzes nach und nach zu verwischen vermag.

im Wind.

Bäume richten sich nach dem Wind
wiegen sich in seinen Armen
schmiegen sich an ihn
tanzen im Sturm

Wir wappnen uns im Sturm
kämpfen dagegen an
vertrauen nicht, wohin er uns trägt
halten fest

Der Baum kann nicht fliegen.
Fest verwurzelt bleibt er, wo er ist
Aber wir können es
fliegen im Wind
statt das Rad des Lebens
ständig in die entgegen gesetzte Richtung drehen zu wollen

Vielleicht tun wir gut daran, zu vertrauen.

Die Vergänglichkeit

Die Vergänglichkeit des Lebens
Wenn sie so klar vor dir steht
Weckt Zweifel ob wohl deines Strebens
Wert durch sie vorzu vergeht

Sie lässt dich plötzlich innehalten
Stillstehn in der schnellen Zeit
Sie lehrt dich den Moment behalten
Statt Zukunft und Vergangenheit

Ein jeder setzt stets alles auf sie
Umlullt von trügerischer Sicherheit
Du verfällst einer galaktischen Manie
Wenn sie dich in ihre Geheimnisse weiht

Doch lässt sie dich aufs Neue wissen
Wer Herrin ist im Lebensspiel
Dann weicht die Luft aus deinem Kissen
Dann erlischt der Sinn in jedem Ziel

Des eisigen Kusses ihrer beschenkt
Ergibst du dich dem Lauf der Zeit
Nimmst an was das Leben dich zu lernen gedenkt
Verwandelst Vergänglichkeit in Vollkommeheit