Today we change fate.

Gestern Abend hatte ich ein interessantes WG-Küchengespräch mit meiner neuen Mitbewohnerin. Eines von denen, wo die Zeit flöte geht und es irgendwann draussen dunkel ist und man sich wundert. Ich liebe diese Gespräche! Das Thema hat mich noch eine Weile beschäftigt, naja eigentlich beschäftigt es mich wohl schon seit ich denken kann und es hat mich dann heute Morgen um 7 Uhr aus dem Bett gejagt mit dem Bedürfnis, etwas darüber zu schreiben… neben dem Bärenhunger, der sicherlich auch nicht ganz unschuldig daran war.

Wir redeten über die üblichen Dinge; über das Leben, Beziehungen, Menschen, wie Aufrichtigkeit funktioniert und schliesslich darüber, wie und ob man die Welt verändern kann in unserer Zeit.

Das Fazit zum letzten Punkt nehme ich hier gleich vorab, um dich davon abzuhalten, zum Ende des Texts zu scrollen. Damit du mir nachher nicht den Vorwurf machen kannst, ich hätte dir etwas aufgeschwatzt, dir Versprechungen gemacht, die so nicht zu halten sind und dir einen kompletten Habakuk erzählt, spreche ich natürlich aus meiner Sicht.

Ja, ich glaube ich kann die Welt verändern. Jeden Tag. Jeden Moment.

Wie das geht? Naja, ich denke das kommt ganz darauf an, wie man die Welt anschaut.

Nachdem ich einmal mehr mit meinem Vater über das Thema „Verändern der Welt“ diskutiert hatte und wir schlussendlich einmal mehr beim Baugesetz gelandet waren und was daran alles falsch ist und nicht funktioniert, und ja überhaupt wie unsere starren und veralteten Systeme nur einschränken und wie er dann im Bau-business daran leiden muss, machte ich mir ernsthaft Sorgen, weil ich spürte, wie sehr er mit diesem Denken gegen Windmühlen kämpfte. Ich fragte mich schliesslich selber, worauf kommt es denn an?

Man kann sie ja in viele Systeme unterteilen, unsere lustige Welt. Politik, Wirtschaft, Religion etc. In jedem dieser Systeme herrschen Gesetze. Sind sie nicht auch die Sprachrohre für jeden Einzelnen, kann man sich fragen, sind sie nicht der Weg um überhaupt etwas erreichen zu können. Wie wichtig ist es doch, sagt mancher, dass jeder in der Politik „aktiv“ ist, sprich seine Stimme gibt. Wir sollten doch diese Sprachrohre genau dazu nutzen, damit die Welt besser wird! Heisst das, wenn du die Welt verändern willst, passe dich an, stimme immer ab, gehe jeden Sonntag in die Kirche, konsumiere, damit der Geldkreislauf mächtig in Schwung bleibt?

Seien wir ehrlich: Kein Wunder glauben viele Menschen, sie können die Welt nicht verändern, denn auf diesem Weg scheint es, mir zumindest, eher schwierig. Und da enstand mein ganz persönlicher Zielkonflikt, der mich überhaupt daran zweifeln liess. Ist es richtig, gegen die Umweltverschmutzung zu stimmen und fröhlich jeden Tag Auto zu fahren, Öl für die Heizkosten zu verbrauchen und tonnenweise Abfall zu verursachen? Versteh mich nicht falsch, unsere Gesellschafts-Systeme bieten uns sehr viel Gutes und auf gewissen Ebenen kann die Politik tatsächlich Dinge erreichen, die wir als Einzelpersonen nicht können. Und die Kirche kann vielen Menschen Halt geben, was sehr Wertvolles mit sich bringt. Ich finde also unsere Systeme nicht einfach „schlecht“, das soll hier klar sein. Das Wort, das mir dazu in den Sinn kommt jedoch vielleicht schon: Macht. Aber ich möchte nicht weiter darauf eingehen, sonst kämpfe ich eben genau gegen diese Windmühlen, darum lasse ich das hier so stehen – und ich will ja keinen Roman schreiben.

Was ich sagen will ist, dass ich die Logik hinter dem Gedanken, beispielsweise gegen Massentierhaltung zu stimmen und währenddessen ein Güggeli aus einer Massenproduktion zu verspeisen, nicht verstand.

Also fragte ich mich weiter: Was macht mehr Sinn? Gegen die Windmühlen zu kämpfen, die ja doch stärker sind als du und ich? Oder wenn ich mich in den Windschatten begebe, einen bunten Papierdrachen bastle, und ihn dann im Wind der Windmühlen steigen lasse und die Welt um etwas Schönes bereichere? (Naja, über meine Bastelkünste reden wir hier lieber nicht.)

Was, wenn der Prozess, um die Welt auf irgendeine Art und Weise zu verändern, nämlich bei mir selbst beginnt und ich den Fokus weg von diesen Systemen nehme? (Die sind übrigens genauso von Menschenhand erschaffen, wie mein kleiner Papierdrachen.) Und damit meine ich nicht, dass ich Superheld spiele und alle Wale und Delfine dieser Welt mit zwei Armen rette und alles Öl, das ausläuft, aufsauge und schlucke und nebenbei noch die Hungersnot stille. Wow, wer das schafft, kriegt von mir einen Award!

Damit meine ich, dass ich mir Gedanken mache darüber, wie ich lebe und die Verantwortung dafür übernehme. Dass ich mir klar werde, wer ich bin. Wie ich gut zu meinen Mitmenschen sein kann und zu mir selber. Dass ich meine Träume lebe. Dass ich meine Ängste überwinde. Dass ich das tue, was mir Freude bereitet und es mit der Welt teile. Dass ich liebe und glücklich bin. Dass ich all das schätze, was da ist und dankbar bin dafür. Dass ich dazu meinen eigenen Weg gehe.

Ist nicht die Chance am grössten, etwas auf dieser Welt bewirken zu können, wenn es aus tiefster Aufrichtigkeit geschieht und von Herzen? Bist du nicht auch schon einmal einem Menschen begegnet, der so etwas ausgestrahlt hat, das bei dir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, ohne Grund, scheinbar einfach nur, weil er/sie so herzlich/aufrichtig/authentisch/hilfsbereit war? So dass du vielleicht gedacht hast: „Das will ich auch“ und etwas verändert hast an dir? Das wäre dann die gute alte Inspiration, die ihre grossartige Arbeit macht. Und genau da liegt meiner Meinung nach der Anfang.

Jemand hat einmal zu mir gesagt, er glaube nicht, dass er aus einem bestimmten Grund auf der Welt ist und schon gar nicht, dass er die Welt verändern kann. Lieber Jemand, du hast recht, ob wir aus einem Grund hier sind, who knows? Aber ich behaupte nun trotzdem einmal stinkfrech, dass es gar nicht möglich ist, die Welt NICHT zu verändern. Verändert nicht alles irgendetwas? Wenn du am Morgen aufstehst und dem Postboten ein Lächeln schenkst, schenkt er es nicht vielleicht weiter und es vermehrt sich automatisch? Wenn ich dem Herrn aufhelfe, der auf dem Gehsteig umgefallen ist und er durch mein kleines Eingreifen ein Mitgefühl erlebt, das er vielleicht noch nie erlebt hat, wird er nicht vielleicht seine Frau am Abend nicht schlagen?

Naja, das waren meine Gedanken dazu. Schlussendlich hat jeder seine eigene Wahrheit und das ist auch gut so – es wäre ja langweilig wenn es anders wäre. Danke für’s Lesen.

„Be the change you want to see in the world“ (Mahatma Gandhi)

Der steinige Weg, einem menschlichen Bedürfnis nachzugehen.

Ja, es ist normal heutzutage, das ist mir klar. Aber trotzdem absurd, bei dem Gedanken daran, dass es eines der natürlichsten Bedürfnisse der Menschheit ist.

Aber Tatsache ist: Willst du in einer Grossstadt, in einem überfüllten Bahnhof oder überhaupt irgendwo, wo sich sicherlich grössere Menschenmassen aufhalten, ein sauberes Klo benützen, dann setzt das das Zücken deiner Brieftasche voraus. Büsche und dergleichen hat es ja garantiert nicht in der Nähe. (Vielleicht steht das sogar im Bauplan drin? „Abroden von Büschen und Bäumen im Umkreis von einem Kilometer zur Sicherstellung der Kundschaft“.) Die Argumente verstehe ich ja auch sehr gut, es ist für Sauberkeit gesorgt und es fühlt sich so im Grossen und Ganzen recht „gut“ an, diese Klos zu benützen. Und ja, wer hat denn schon kein Kleingeld dabei, wenn er sich auf eine öffentliche Toilette wagt in einer Grosstadt wagt?

Naja, jemand wie ich, die abends mitten durch Zürich joggt, mit dem GA in der Hosentasche und dem Schlüsselbund in der Hand. Jemand wie ich, die während des Joggens ein leichtes Ziehen in der Blase wahrnimmt und irgendwann erschöpft am Bürkliplatz ankommt, die Augen nur noch nach einem Schild mit zwei lebensrettenden Buchstaben Ausschau haltend: „WC“. Da, am Schiffssteg! Ein oranges Schild kappt jedoch meine Freude an der Wurzel: „Wegen Umbau geschlossen.“ Nach einer halben Milisekunde Verzweiflung und einer weiteren Sekunde angestrengten Überlegens ist klar, wohin der Weg nun führt: Bellvue. Schnell über die Brücke joggen, kurz – aber wirklich nur kurz – die wunderschöne Züricher Abendstimmung speichern und dann den Fokus auf das Gebäude an der Tramhaltestelle richten und hoffen, dass sich da eine Toilette befindet. Und dem ist so. Hurra!

Einmal ist keinmal aber als meine Freude ein zweites Mal gekappt wird – durch die Aufschrift: „CHF 1.-“ an der Tür und weiter durch meine Erkenntnis, keinen Rappen bei mir zu tragen – wird mir leicht übel. Die Putzfrau, die ich durch die Fensterscheibe sehe, geht ahnungslos ihrer Aufgabe nach. Was nun? Soll ich mein GA oder meinen Schlüsselbund verkaufen, ein Lied singen bis mir jemand etwas Kleingeld gibt oder einfach eines üblen Todes sterben, ausgelöst durch die Explosion meiner strapazierten Blase?

Ebendiese erteilt mir einen klaren Marschbefehl und ich betrete die Räumlichkeit, geschätzt einen Quadratmillimeter an Raum, bevor mir dann die gemeine Drehtür mit Kleingeldschlitz den Weg versperrt. Ich schaue die Installation vorwurfsvoll an und habe das Gefühl, sie grinst schadenfreudig zurück. Warte nur, du… und schon will ich zum Sprung ansetzen und über sie hinüber hüpfen doch das Scheppern der Putzutensilien holt mich zurück in die Realität. Folgender Dialog erfüllt nun die vier blitzsauberen Wände der öffentlichen Toilette am Bellevue:

Ich: Entschuldigen Sie, ich sollte sehr sehr dringend auf die Toilette, bin aber hierher gejoggt und habe kein Geld dabei…
Putzfrau: Ja das ist Pech.
Ich: Allerdings… Hören sie, es ist wirklich sehr dringend und ich habe nicht daran gedacht, Kleingeld einzustecken. Können Sie eine Ausnahme machen? („Meiner Blase und ihrer Versicherung zuliebe“ spare ich mir vorerst für später auf.)
Putzfrau: Ja wissen Sie, ich darf halt nicht! Jeder kann so kommen und mir das auftischen.
(Aha. Ich erkenne ihr Dilemma. Entweder wird sie rausgeschmissen, weil sich die Regeln der Stadt nicht befolgt hat und mich durchgelassen hat, oder sie wird rausgeschmissen, weil auf dem Vorplatz jemand an einer Blasenexplosion draufgegangen ist, weil sie ihr den Zutritt zur Erlösung verwehrt hat. Eine üble Situation. Aber ich gebe nicht auf und neige mich etwas vor.)
Ich: Mir ist das absolut bewusst, ich verstehe ihre Situation und ich bin auch bereit, einen Schlüssel von mir zu hinterlegen und ihnen morgen den Franken vorbeizubringen.
Putzfrau: (Ignoriert dieses faire Angebot, wie ich finde.) Wissen Sie das letzte Mal ist mir auch eine einfach abgehauen. Ich darf das wirklich nicht, wenn das jemand herausfindet, kriege ich ein Problem.
(Ja, und ich kriege ein Problem, wenn ich nicht bald AUF DIE TOILETTE KANN!!!)
Ich: Ich weiss nicht was ich sagen soll, ich kann ihnen nur sagen, dass ich ihnen äusserst dankbar bin wenn sie für mich eine Ausnahme machen und wenn es irgendwie möglich ist, übernehme ich auch die Verantwortung dafür. Sie können mir gern auch ihren Namen sagen und wenn sie morgen hier sind, bringe ich ihnen ein kleines Dankeschön vorbei…. (Ja ist ja gut jetzt, sie hat’s glaub ich geschnallt.)

Ein Licht erscheint am Horizont als sie ihren Schlüssel zückt und sich mir nähert. Sie murmelt ca. dreissig weitere Argumente vor sich hin, während sie mir dann doch Einlass gewährt und ich renne schnell auf mein Ziel zu und feiere meinen Erfolg mit einem grossartigen Gefühl der Erlösung.

Beim Hinausgehen rufen meine Blase und ich ihr nochmals ein „Herzlichen Dank!“ zu und sie wünscht mir sogar einen schönen Abend.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf Menschen mit einem guten Herz und einem Gespür für Ausnahmesituationen! Und ich werde das nächste Mal CHF 2.- geben, damit die öffentlichen Toiletten weiterhin so toll sauber sind.

Danke Zürich für dein Herz!

Gefangen.

Gefangen
innerhalb der Grenzen, die ich selbst um mich herum errichte
in einer gewagten Perfektion

Gefangen
im goldenen Käfig, dessen Gitter ich stündlich
auf deren Stabilität überprüfe

Gefangen
im Gebilde von Regeln, die der doppelten Absicherung aller Regeln willen
mit weiteren Regeln versehen sind

Gefangen
in einem Palast, dessen Haupttür von aussen sowie von innen
mit tausend goldenen Schlössern versehen ist

Gefangen
in einem Weltbild, das ich mir selbst schaffe
und mir einrede, nicht dazuzugehören

Gefangen
auf dem Boden der vermeintlichen Tatsachen, auf dem ich immer wieder bäuchlings lande
nachdem ich mich mir selbst einmal mehr in den Weg gestellt habe und gestolpert bin.

Zeit um frei zu werden

geschrieben am 6.3.2011

Ein Bild spricht: „Der Stier und der fliegende Torero“

Als er sich in der Luft befand, den dumpfen Schmerz des Stosses, den ihm der Stier gnadenlos in den Hintern versetzt hatte, deutlich spürend, schien die Zeit stillzustehen. Das knirschende Geräusch, das die Hufe des Bullen beim Abbremsen erzeugten, gekoppelt mit seinem wütenden Schnauben, war direkt hinter ihm ganz klar zu vernehmen. Der Aufschrei, der sich während des Aufpralls durch die Menschenmenge gezogen hatte, klang ihm noch im Ohr.
Nun, da er irgendwo zwischen Himmel und Erde hing, wurde der Schrei von einer gebannten, erdrückenden Stille abgelöst. Er fühlte alle Augenpaare auf sich gerichtet, in einer solchen Deutlichkeit, dass er überzeugt war, er könne sie zählen ohne hinzuschauen. So intensiv, dass sie ihn mit der Hoffnung füllten, sie könnten es alle gemeinsam schaffen, ihn magisch zu bremsen, bevor er die weisse Mauer vor sich erreichen würde.

In der Ruhe, die sich nun über alles Denkbare gelegt hatte, bemerkte er den Schrei eines Kindes und wunderte sich, was wohl dessen Eltern dazu bewogen haben könnte, jenes unschuldige Geschöpf zu einem gewaltigen Kampf wie diesem mitzunehmen. Falls er ihnen später begegnen sollte, würde er sie fragen. Vorausgesetzt, er lebte dann noch. Und weiter würde er sich die leckeren Crêpes am Hafen gönnen und zwar so viele, bis er keinen Bissen mehr würde essen können. Und weiter würde er seiner Frau sagen, wie sehr er sie liebte. Und weiter würde er endlich das kleine Segelboot kaufen, das er jeden Tag am Hafen passierte. Denn jeden Tag musste er kurz innehalten, um es mit inneren Bildern zu schmücken, die das Boot, sich und seine Frau sowie tausend Sonnenuntergänge beinhalteten. Und weiter würde er den Tag, die Stunde, die Minute, die Sekunde ehren und nichts mehr aufschieben.

Dann wurde es weiss, als die Mauer so nah war, dass er sie riechen konnte. Und dann wurde es schwarz.

Geschichten aus dem Alltag: „Der weisse Weise“

Sie sass in Gedanken versunken und irgendwie traurig am See und beobachtete die Möwen, die im Flug eine Art Choreografie zu kreieren schienen, die jedoch keiner weiteren Verfeinerung bedurfte, da sie einer magischen Perfektion glich. Die Schwäne schienen einen Schönheitswettbewerb abzuhalten, wohl mit dem Ziel, sich von der Aufmerksamkeit der sich am See aufhaltenden Menschen, verwöhnen zu lassen. Wie wohl am Ende des Tages die Quote ausschauen würde, hatte wohl jeder ein Stück Brot ergattern können? Die Enten mischten da fröhlich mit und die Enteriche wurden einerseits auf die Schnelligkeit in der Nahrungssuche getestet und anderseits mussten sie ihre Freundinnen verteidigen, denn da tauchte plötzlich ein ganz frecher Gigolo auf, der sie ihm wegschnappen wollte. So nicht. Sie hatte nicht gewusst, dass Enten anscheinend so besitzergreifend sein können? Neben ihr kicherten ausgelassen ein paar Teenies und überhaupt war der Ort am See mit wärmebedürftigen Menschen überfüllt. Sie versank in ihre eigenen Gedanken und bildete mit ihrer tiefen inneren Traurigkeit den ergänzenden Kontrast zur Aussenwelt. Sie wollte nicht denken. Sie wusste gar nicht in welcher Reihenfolge sie ihren Gedanken überhaupt gerecht werden konnte. Heimlich wünschte sie sich einen Rat.

Plötzlich setzte sich jemand neben sie und liess sie für einen Moment aufhorchen. Ein alter Mann, geschätzt zwischen siebzig und achzig Jahren alt, lächelte sie freundlich an und grüsste sie. Er liess sich elegant nieder und sie hoffte, seine schöne dunkelgraue Hose würde das splitternde Holz der Bank überdauern. Er war sorgfältig gekleidet. Sein Haar war schneeweiss. Er liess die Beine baumeln und lachte durch seine kecke Sonnenbrille mit den orangen Gläsern in die Sonne und dann blitzten seine Augen voller Leben in ihre Richtung.

„Was für ein schöner Tag, nicht?“ lachte er und so begann das Gespräch. Sie staunte über sein Alter, nämlich stolze zweiundneunzig Jahre. Er verbrachte fast jeden Tag am See und sprach mit jungen Menschen. Die jungen Männer waren jedoch nicht ganz so offen wie die jungen Damen. „Was will schon ein alter Sack mit einem jungen Mann reden, der ist doch vom anderen Ufer.“ Und schon schüttelte es ihn wieder vor Lachen. So langsam öffnete sie sich und wandte sich ihm neugierig zu. Er fragte nach ihrem Beruf und als sie ihm ihre Geschichte und den Gründ erzählte, weshalb sie an einem normalen Dienstagnachmittag am See sitzen konnte, meinte er, dass für ihn Zeit keine Rolle mehr spielte. Er ging nie vor Mitternacht ins Bett und am Morgen um fünf Uhr war er wieder hellwach. Das kam noch von früher, als er an der ETH studiert hatte und ein Zimmer für CHF 30.- im Monat bewohnt hatte, da hatte er doch irgendwie zu Geld kommen müssen und war in einer Kegelbahn abends angestellt. „Ich war da einmal und sah, dass der Kegeljunge seine Arbeit anscheinend nicht zuverlässig machte. Ich bot also mich selber an, ihre neue Arbeitskraft zu werden. Sie fragten mich, ob ich Erfahrung habe. Ich verneinte aber sagte, dass ich die Arbeit natürlich gut machen werde und mit meinem Willen schnell fit sein werde. Also bekam ich die Arbeit. Ganz einfach. Und als sie mir zusätzlich anboten, jeden Abend mit ihnen zu essen war ich überglücklich, denn darum hatte ich nie gebeten!“

So erzählte er ihr in einer bezaubernden Bescheidenheit von seiner Zeit an der Uni während des zweiten Weltkrieges, wie er Zürich lieben gelernt hatte – Habt ihr gewusst, dass in Zürich 1’200 Brunnen stehen? Und auf keinem einzigen steht „kein Trinkwasser“. Zürich war von 2001 – 2008 gemäss seines Wissens die angenehmste Stadt der Welt. Heute sei das Wien, doch er war sicher, dass Zürich das als erste Stadt zum zweiten mal schaffen konnte. Er kannte die Route der Street Parade, wusste, wo sich die Römer damals aufgehalten hatten und als er ihr erzählte, dass er während des Krieges dreimal für tot gehalten worden war und jedesmal wieder aufgewacht war, erstaunte sie das irgendwie nicht. Bei dieser Lebenskraft, die der Mann ausstrahlte, war das kein Wunder! Er war auch körperlich fit, früher war er einmal fast Schweizermeister geworden im Sprint, jedoch hatte er sich damals gesagt: „Wenn du drei Goldmünzen an der Wand hängen hast, hast du halt auch noch nicht gegessen.“ …und hatte sich für sein Ingenieur-Dasein entschieden, das ihn an Orte in der ganzen Welt gebracht hatte.

Sie sprachen über dies und jenes und sie fühlte sich irgendwie verstanden und erkannte, dass Zufriedenheit nicht durch Abwägen der Möglichkeiten entstehen konnte, sondern durch das Tun und das Vertrauen, dass es schon alles wird. Er sagte schliesslich etwas Schönes, was sie für sich mitnahm: „Die jungen Menschen vergessen vor lauter sich selber sehen und am Handy hängen oft etwas Wichtiges: Wenn man anderen hilft, dann wird einem auch geholfen.“ Deshalb, schloss er lächelnd ab, setzte er sich jeden Tag zu Menschen und er glaubte einfach nicht, dass es ein Zufall war, dass er meist Menschen mitten in einer Veränderung antraf. Und wenn er dann den Rat eines alten Mannes sprechen lassen durfte, war er glücklich und erfüllt.

Als er schliesslich nach einer geraumen Weile wegspaziert war nahm sie die Sonne, die Wärme, die Schwäne, die Menschen um sich herum mit einem neuen Vertrauen wahr und wunderte sich lächelnd, ob ausser ihr den „weissen Weisen“, wie er einmal von jemandem betitelt worden war, wohl sonst noch jemand gesehen hatte an diesem Nachmittag?

Falls ihn jemand kennt, Hans, den „weissen Weisen“ – sie lässt ihn von Herzen grüssen.

Regen

So prasselt er
der Regen
und bringt Wohlgefühl in die Dunkelheit meiner Nacht.

So weilet er
auf seinen Wegen
und wartet selig mit mir bis mein neuer Morgen erwacht.

Seine Melodie
vermischt sich
mit dem Klang meiner tiefgreifenden Klag.

Wie schön
dass er in einer innigen Umarmung
die Spuren des Schmerzes nach und nach zu verwischen vermag.

im Wind.

Bäume richten sich nach dem Wind
wiegen sich in seinen Armen
schmiegen sich an ihn
tanzen im Sturm

Wir wappnen uns im Sturm
kämpfen dagegen an
vertrauen nicht, wohin er uns trägt
halten fest

Der Baum kann nicht fliegen.
Fest verwurzelt bleibt er, wo er ist
Aber wir können es
fliegen im Wind
statt das Rad des Lebens
ständig in die entgegen gesetzte Richtung drehen zu wollen

Vielleicht tun wir gut daran, zu vertrauen.

IKEA – so viel mehr als nur ein Möbelhaus!

Habt ihr euch schon einmal gefragt, was es in der IKEA ausser Möbeln noch so alles zu sehen gibt? Nicht? Okay, dann liefere ich euch hier den Beweis, dass die IKEA nicht nur ein grosses und bekanntes Möbelhaus ist. Nein, sie ist zudem eine überdimensionale Schatztruhe und birgt wunderbare Details, Geheimnisse und Klischees, Tricks und Kniffe.  Es gibt Regeln und haltet euch fest, die werden gar gebrochen! Es gibt Strassen. Es gibt das Volk und ja, es gibt auch das graue Alltagsgefühl. Eine Welt für sich. Aber lest selbst.

Die Entdecker: Ein Freund (Thomas) und ich.
Die Absicht: Eine Lampe, ein Tischbein und mal schauen was da noch so los ist.

Bevor wir uns auf die komplizierte IKEA-Strasse durch das Möbelhaus begeben, halten wir laut und deutlich fest, was wir denn wirklich genau brauchen und leisten eine Art Schwur. Wie oft verlässt man die IKEA mit dem zehnfachen an Dingen, die man zu Hause stolz und voller Freude über die einfache Beute in der untersten Schublade im dunkelsten Zimmer der Wohnung verstaut und nie wieder ans Tageslicht befördert, bis man nach dem nächsten IKEA Besuch keinen Platz mehr in der Schublade findet und beschämt bemerkt, dass dafür nun alles doppelt vorhanden ist. Fies. Wirklich fies.

Die erste kleine Entdeckung folgt gleich nach dem Eingang, im Sideboard einer Musterwohnung. Achtet euch einmal auf das Innere der Schubladen, unglaublich wie detailliert alles demonstriert wird! In unserem Fall: CD Hüllen. Leider leer. Schade eigentlich. Von Schlager über Papabear bis zu schwedischem Pop ist da alles zu finden. Woher die wohl kommen? Gibt es eine Mitarbeiterauszeichnung, für den, der die meisten davon entbehren konnte? Man weiss es nicht. Also ziehen wir weiter.

Zehn Meter weiter folgt die erste Pause auf einem Sofa. Ein nicht sehr bequemes. Der Sessel, den Thomas auf der anderen Seite der IKEA-Strasse testet scheint auch nicht sehr bequem, und was er nach einer Weile dann als bequem bezeichnet, sieht irgendwie kompliziert aus. Vielleicht falsch zusammengeschraubt? Die Qual der Wahl.  Gottseidank habe ich bereits zwei IKEA-Sofas in meiner Wohnung. Also weiter geht’s. Bis zum nächsten Sofa. So eines, wo man drin versinkt und wenn man Glück hat, nicht gleich einschläft. Da lohnt es sich, kurz sitzenzubleiben und die Passanten etwas unter die Lupe zu nehmen.

Übermässig viele Pärchen sind unterwegs und eine Gemeinsamkeit einiger Paare fällt gleich auf. Der Gesichtsausdruck. Wenn man ihn denn überhaupt findet und auch so nennen darf. Ich habe immer gedacht, gemeinsames Möbel kaufen, vielleicht zum Zusammenzug, bereite Herzklopfen, mache Freude und wäre ein buntes, aufregendes Abenteuer? Wieso sehen die denn alle so grau aus? Wer hat ihnen das Lächeln geklaut? Man muss jedoch bedenken, dass es auch am Licht liegen kann. Ich will hier niemandem etwas unterstellen. Ja, es war sicherlich das Licht! Was mich etwas irritiert ist, dass die Männer meist einen Hauch grauer aussehen als die Frauen.

Wir bahnen uns den Weg durch alle möglichen Abteilungen. Da kann man die geschmackvollen Einrichtungen bestaunen, ungehört und ungesehen auf Sideboards trommeln, mit herumliegenden Mikrofonen wichtige Durchsagen machen, sich die Ohren in der Kinderabteilung zuhalten, um schliesslich dehydriert und völlig unterernährt das Restaurant zu erreichen.

Ein kurzer Slalom, Tablett fassen, Glas nicht vergessen, und Menu auswählen. Für mich als Vegetarierin präsentiert sich auf den ersten Blick nur Penne mit Tomatensauce als Option – und das als Kindermenü. Na ja, das wird wohl auch für Grosse zu haben sein, oder? Der gute Mann hinter dem Tresen lässt diesen Wunsch jedoch schnell zerplatzen und bietet an, mir etwas Vegetarisches zusammenzustellen. Aber klar! Freundlich bietet er mir Tomatensauce an, verwehrt sie mir jedoch gleich wieder mit dem Satz: „Huuh. Die kann ich ihnen unmöglich geben.“ und schöpft stattdessen Rahmsauce.

Die nächste Entdeckung übertrifft wohl alles. Es gibt tatsächlich Menschen, die in der IKEA, dem wohl günstigsten Möbelhaus überhaupt, einen Weg finden, noch günstiger wegzukommen! Ob man’s glaubt oder nicht! Und zwar über die Getränke-Philosophie. Kauf ein Glas und trink soviel du willst. Sie tun folgendes: Kauf eine Tasse, trink daraus erstmal soviel Kaltes wie du willst, ja lass es überschwappen, und DANN hol dir gleich auch noch Kaffee damit, am besten gleich dreimal nachfüllen, damit du den Rest der IKEA-Tour heil überstehst. Und schwups, einen Franken gespart. Und das alles geschieht mit demselben Gesichtsausdruck der Pärchen, die ich oben erwähnt habe. Mir fehlen die Worte. Und Thomas auch, jedoch liegt das wohl daran, dass er unterdessen mit Knorpelspucken von seinem üppigen Fleischmahl beschäftigt ist.

Nachdem die Tabletts in dem dazugehörigen Tablettregal verstaut sind, folgt die zweite Hälfte der IKEA. Kurzer Fokus auf die Ziele: Lampe, Tischbein. (Und Besteck-Schubladen-Einlage. Und Abwasch-Abtropf-Gitter.)

Im zweiten Teil der Tour wird vor allem klar, dass Geschenkpapier-Rollen bestens geeignet sind als Schwert, Servietten gut als Wurfgeschoss, Kissen sogar noch viel besser. In der Bilderabteilung gibt es leicht versteckt eine Kinder-Unterhaltungs Ecke, mit kleinen Bildschirmen, auf denen man beispielsweise Bilder vergleichen und Fehler finden muss. Sie sind  alle auffindbar. In Rekordzeit, versteht sich. Mein Artikel wurde trotz hartem Kampf zu drei Artikeln und ich habe sie allesamt gefunden und wusstet ihr, dass Abwasch-Bürstchen auch wunderbar als Deko-Artikel geeignet sind? In der Lagerhalle im  Regal 4425471354irgendwas noch kurz das Tischbein für Thomas holen und that’s it.

Beim Bezahlen an der Express-Kasse werde ich natürlich prompt als Stichprobekandidatin gewählt und eine gelbe IKEA-Frau kontrolliert meine Arbeit mit einer bewundernswerten Genauigkeit. Zu Recht, denn ich hätte die blaue Ikea Tasche (die neuerdings auch als kleine Handtasche erhältlich ist) tatsächlich nicht bezahlt! Skandal!

Nach diesem kurzen IKEA Besuch, nämlich vier Stunden später, verabschiede ich mich von Thomas. Die IKEA Tasche muss als kleines, unpraktisches Übel mit zum Bier und wird unter dem Tisch in einer Bar verstaut. Als jemand darüber stolpert und ich aufschaue und verzückt in den Augen des Opfers versinke, realisiere ich, dies als letzte kleine Erkenntnis, dass auch IKEA-Taschen positive Eigenschaften haben können.

Jaja, sie ist nicht einfach ein Möbelhaus. Sie lebt, hat ihren Charakter und ihre Eigenarten.

Geschichten aus dem Zug – Die Kunst des Essens

Ich liebe Zug fahren. Es gibt keinen schöneren Ort, um abzuschalten. Für mich ein Zeitfenster, wo ich nicht herumrennen, nicht aufräumen, nicht putzen nicht arbeiten, nicht einkaufen, mich nicht um Sachen kümmern muss. Ein faszinierendes Spektakel, einzusteigen, zu warten und wenn ich aussteige bin ich an einem ganz anderen Ort. Manchmal lese ich. Manchmal höre ich Musik. Manchmal träume ich vor mich hin. Manchmal rege ich mich auf und manchmal schlafe ich fast ein. Es gibt wohl nur eines, das ich im Zug nicht so wahnsinnig gerne tue. Essen. Ob es daran liegt, dass ich während dem Essen nicht gern mit grossen Augen aus gefühlten 10 cm Abstand beobachtet und analysiert werde oder ob es an den komplizierten Sandwiches liegt, die es am Bahnhof zu kaufen gibt, sei dahin gestellt. Weshalb sind die eigentlich immer so kompliziert überfüllt mit allem, und dazu noch völlig überteuert? Früher waren sie zwar überteuert und man musste den Inhalt fast suchen, aber man konnte sie zumindest essen. Heute ist halt die Konkurrenz gross. Wahrscheinlich alles Verhinderungstaktik der SBB? In den Arbeitsverträgen der Angestellten Sandwichmacher/-innen und -verkäufer/-innen wird wohl stehen: „Zur Sauberhaltung der Züge ist es Pflicht des Arbeitnehmers, die Sandwiches so kompliziert wie möglich zu gestalten (siehe Dokument im Anhang, da sind auf 200 Seiten einige wenige Vorschläge darauf zu finden.), so dass der Passagier a) es nicht wagt, das Sandwich im Zug überhaupt anzurühren und sich somit solidarisch gegenüber dem Putzpersonal verhält, oder b) eine solch umfangreiche Sauerei veranstaltet, dass er eine Busse erhält und so die Finanzabteilung subventioniert.“ Fraglich, ob die Brote in drei Jahren überhaupt noch in die Züge passen.Naja, mein Gegenüber scheint ein b)-Mensch zu sein. Ein auffällig attraktiver Mann, der sich zu mir in das Abteil gesetzt hat, packt aus seiner verdächtig aussehenden Papiertüte die Spitze eines Eisbergs aus und beisst herzhaft hinein. Er sitzt mir nicht direkt gegenüber, sondern schräg links – mein direktes Gegenüber sind seine schwarze schlichte Umhängetasche und seine ebenfalls schwarze Jacke, die zu seinem Wollpullover passt, der ihm ausgezeichnet steht und seine schönen braunen Augen wunderbar erstrahlen lässt und dessen Ärmel lässig hochgekrempelt sind, so dass seine schönen geschmeidigen Hände noch besser zur Geltung kommen. Hach. Ich schweife ab. Nun gut, ich wende mich der vorbeifliegenden Landschaft zu und bin in Gedanken beim Kurs, den ich gleich assistieren werde, ein neuer kleiner Nebenjob, der mir sehr viel Freude bereiten wird. Das weiss ich in dem Moment jedoch noch nicht und darum bin ich etwas nervös. Als ich mit meinem Blick wieder kurz das Innere des Zuges mustere, muss ich fast losprusten. Der gute Schönling kämpft verbissen mit seinem Sandwich und aus dem Augenwinkel sehe ich ein suizidales Salatblatt zu Boden fliegen und gefährlich nah bei meinem linken Schuh zu landen. Mein Schönling hält kurz inne und als er realisiert, dass ich scheinbar nichts gesehen habe (er kann ja nicht ahnen, dass Frau alles sieht) kämpft er weiter. Vorsichtig und möglichst unsichtbar ziehe ich den Fuss etwas näher zu mir. Brotkrumen verteilen sich überall und einige lassen sich auf eine verstrickte Liaison mit dem Wollpullover ein. Des Schönlings Mundwinkel sind voller Sauce und den Boden will ich erst gar nicht sehen. Kurz vor der nächsten Haltestelle beendet er sein Mahl und verlässt den Zug.
Ich stelle mir vor, wie ein Drittel des Sandwiches erfolgreich jubelnd im Magen empfangen wird, das zweite Drittel zwischen seinen Zähnen steckengeblieben um Freiheit schreit und das dritte Drittel sein bitteres Ende auf dem Boden im Zug gefunden hat. Beim Aussteigen kann ich mich nur angestrengt davon abhalten, kurz anzuhalten und meine Schuhsohlen nach monströsen daran hängen gebliebenen Salatblättern oder Tomatenstücken abzusuchen.
„Wie esse ich unterwegs ein kompliziertes SBB Brot, ohne aufzufallen.“ – Das wär ein Workshop wert!

Angst

Angst. Du spürst sie und sie jagt dir die Tränen in die Augen. Sie steht hinter dir und du wagst es nicht, dich zu rühren. Du weisst, sie ist da. Du sitzt da, mit ihrem eisigen Atem im Nacken, der dir die Nackenhaare aufstellt, jedes einzeln. Du versuchst, sie zu verdrängen und weisst aber genau, wie sehr sie es geniesst, dich zu lähmen, dich zu foltern und dich in ihrer Macht zu wissen. Du kannst ihr jetzt nicht ins Gesicht schauen. Du müsstest dich dazu regen, dich umdrehen und dich ihr stellen. Sie würde dir alle Kleider vom Leib reissen und dich entblössen vor dir selber. Du würdest nackt und frierend da stehen und auf ihren eiskalten tötenden Kuss warten. Sie würde den Prozess in die Länge ziehen und dich demütigen und lauthals lachen. Das würde sie, wenn sie könnte. Was ihr jedoch nicht bewusst ist, ist deine Kraft. Deine Kraft, die sich erst durch das Entblößen entfalten kann. Sie strömt aus deinen Augen, in dem Moment, als du dich entscheidest, der Angst tief in die Augen zu blicken und durch sie hindurch. Dann nämlich erkennst du ihre wahre Natur. Die Illusion. Es lässt die Angst zurückschrecken und innehalten. Die Kraft strömt aus deinem Herz und schliesslich bist du es, die auf sie zugeht, sie herzlich umarmt und mit den Händen auffängst, als sie sich in Staub auflöst.